Oberschwabenklinik
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Schilddrüse

Die Schilddrüse (SD/Thyreoidea) ist im vorderen Halsbereich lokalisiert und bei normaler Größe nicht zu sehen und kaum zu tasten. Eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) wird oft als Kropf bezeichnet und ursächlich spielt ein Jodmangel häufig eine wichtige Rolle. Die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) haben viele verschiedene – letztlich lebenswichtige Wirkungen im Körper, die in fast jedem Gewebe über spezifische Empfängerstrukturen (Rezeptoren) vermittelt werden.

Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig und können ganz unterschiedliche Symptome hervorrufen. Man unterscheidet Störungen der SD-Funktion, Vergrößerungen und Verkleinerungen der SD, Entzündungen unterschiedlicher Ursache, Autoimmunerkrankungen, und gutartige, aber auch bösartige Knotenbildungen. Neben Erfahrung und gutem Zuhören (wie immer in der Medizin) sind Laboruntersuchungen oft wegweisend fast immer in Kombination mit der wichtigsten bildgebenden Methode – der Ultraschalluntersuchung (SD-Sonographie).

Hypothyreose = Unterfunktion der Schilddrüse
Verursacht durch eine mangelnde Freisetzung von SD-Hormonen aus der SD, entweder durch eine die SD selbst betreffende Erkrankung oder eine zu geringe Stimulation der SD durch deren übergeordnete Steuerzentrale – die Hypophyse - via TSH – SD-stimulierendes Hormon. Häufigste Ursachen sind frühere SD-Operationen oder eine Autoimmunerkrankung wie die Hashimoto-Thyreoiditis. Eine Unterfunktion der SD kann lange unbemerkt bleiben aber auch Symptome verursachen, die für den Betroffenen eine erhebliche Einbuße an Lebensqualität und Leistungsfähigkeit bedeuten wie z.B. Trägheit und Interessenverlust, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme, Schwäche, Neigung zum Frieren, Verstopfung, Durchblutungsstörungen und Ödeme.

Hyperthyreose = Überfunktion der Schilddrüse
Hierbei werden zu viele SD-Hormone aus der SD freigesetzt. Auch hierfür kommen verschiedene Ursachen in Frage. Am häufigsten ist eine Autoimmunerkrankung (Morbus Basedow) oder eine Enthemmung von Schilddrüsengewebe ( autonomes Adenom – fokale oder disseminierte Autonomie ) und Nebenwirkungen von Medikamenten und Röntgenkontrastmitteln, durch die quasi am Bedarf vorbei zuviel Hormon produziert und freigesetzt wird.

Symptome einer SD-Überfunktion können ebenfalls lange wenig auffällig sein, aber auch zu einer deutlichen Beeinträchtigung führen z.B. durch zu schnellen Herzschlag, Herzrhythmusstörungen, Schwitzen, Unruhe und Nervosität, Schlafstörungen, Zittern, Gewichtsverlust, Neigung zu Durchfällen, Kraftlosigkeit usw.

Endokrine Orbitopathie (EO)
Durch eine Immunreaktion ausgelöste Mitbeteilung von Augen und Geweben der Augenhöhle bei Schilddrüsenerkrankungen – insbesondere beim Morbus Basedow (s.o.). Symptome sind Druckgefühl auf den Augen, Augentrockenheit und vermehrtes Tränen sowie Lichtempfindlichkeit. Bei stärkerer Ausprägung können die Augäpfel hervortreten, Doppelbilder und Störungen der Augenbeweglichkeit auftreten – selbst die Sehkraft kann gefährdet sein.

Schilddrüsenentzündungen (Thyreoiditiden)
Können sehr schmerzhaft aber auch völlig schmerzlos verlaufen. Die SD kann anschwellen oder schrumpfen und die Funktion der SD kann beeinträchtigt sein. Die Ursachen für SD-Entzündungen sind ganz unterschiedlich – bakterielle oder virale Infektionen, Verletzungen, Strahlen oder Autoimmunerkrankungen – entsprechen unterschiedlich ist die richtige Behandlung im Einzelfall.

Knoten der Schilddrüse
Knotenbildungen der SD sind meist gutartig – ab einer gewissen Größe oder bei bestimmten Auffälligkeiten der Knoten sollte dies aber durch weitere Untersuchungen abgesichert werden. Die aussagekräftigste Methode hierzu ist die Gewebsuntersuchung – durch Punktion des Knotens unter sonographischer Führung kann Material aus dem Knoten entnommen und unter dem Mikroskop beurteilt werden – SD-Feinnadelpunktion (FNP) und Zytologie.

Schilddrüsenkrebs (SD-Karzinom)
Auch in der SD kommen Krebserkrankungen vor, die meist in Form eines Knotens auffallen. Es gibt unterschiedliche Gewebetypen des SD-Karzinoms, die unterschiedliche Verhaltensweisen zeigen. Die meisten SD-Karzinome sind differenziert und haben keine schlechte Prognose. D.h. wenn sie früh genug entdeckt und durch Operation entfernt werden, sowie die korrekte, stadiengerechte Behandlung z.B. durch eine Radiojodtherapie und eine gute Nachsorge erfolgt stehen die Chancen nicht schlecht von dieser Krebserkrankungen vollständig geheilt zu werden.

Schilddrüsenoperationen:
Das Krankenhaus Wangen versteht sich als überregionales Zentrum der Strumachirurgie – durch die seit vielen Jahren hohe Zahl der Eingriffe besteht große Erfahrung sowohl bei den Operateuren als auch beim Personal und allen in der Versorgung der Patienten mitbeteiligten Personen. Hierdurch können Standards etabliert und aufrechterhalten sowie Komplikationen niedrig gehalten werden. Die tägliche Kooperation von SD-Chirurgie und Endokrinologie ist für den Standort Wangen ein großer Vorteil, der unseren Patienten zugute kommt.