Oberschwabenklinik
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Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)

Die Hirnanhangsdrüse liegt zentral an der Hirnbasis nahe der Sehnervenkreuzung. Die Hypophyse ist ein zentrales Steuerorgan des Hormonstoffwechsels. Produziert werden:

  • ACTH (Nebennierenrindenstimulierendes Hormon), verantwortlich für die Funktion der Nebennierenrinde – Cortisolproduktion = lebenswichtig
  • TSH (Schilddrüsenstimulierendes Hormon), reguliert die Funktion der Schilddrüse
  • Gonadotropine LH und FSH (Hormone mit Wirkung auf die Geschlechtsorgane), regulieren die Sexualhormone bei beiden Geschlechtern, bei der Frau steuern sie den Menstruationszyklus
  • Wachstumshormon HGH oder STH (somatotropes Hormon), reguliert nicht nur das Wachstum
  • Prolaktin (PRL), reguliert bei der Frau den Milchfluss während Schwangerschaft und Stillzeit, beim Mann ist keine Funktion bekannt

Zusätzlich wird ADH (antidiuretisches Hormon) aus dem Hinterlappen der Hypophyse ausgeschüttet. ADH regelt den Volumenhaushalt. Bei ADH-Mangel entsteht ein Diabetes insipidus – der Körper verliert Flüssigkeit, da der Harn nicht mehr konzentriert werden kann. Bei inadäquat erhöhter Ausschüttung von ADH  (SIADH) entsteht umgekehrt eine Flüssigkeitsüberladung des Körpers mit erniedrigten Natriumspiegeln.

Erkrankungen, die die Hypophyse betreffen, können zu einem Mangel oder Ausfall eines oder mehrer dieser Hormone führen oder durch Überproduktion eines Hormones ganz unterschiedliche Krankheitsbilder verursachen. Zusätzlich kann durch Tumoren in diesem Bereich das Gesichtsfeld eingeschränkt werden bis hin zur Erblindung.